Musk-Unternehmen kooperieren intensiv: von Tesla und SpaceX bis zu AI-Integration in Fahrzeugen
Elon Musk hat mit seinen Unternehmen Tesla, SpaceX, Boring Company, Neuralink und xAI ein dicht verflochtenes wirtschaftliches Ökosystem geschaffen, das weit über traditionelle Unternehmensgrenzen hinausgeht. Seit Musk Twitter übernahm und in X umbenannte, haben sich die Unternehmen zunehmend in Bereichen wie Personal, Technologie, Investments und Produktionsketten abgestimmt. So wurden 2022 rund 50 Tesla-Ingenieure vorübergehend an X abgestellt, um die Code-Infrastruktur zu modernisieren – ein Schritt, den Musk als freiwillige Mitarbeit darstellte. Gleichzeitig teilen Führungskräfte wie Charlie Kuehmann gemeinsame Positionen bei Tesla und SpaceX, was die interne Kooperation weiter verstärkt. Ein markantes Beispiel für technologische Synergien ist die geplante Zusammenarbeit zwischen Tesla und SpaceX: Der kommende Roadster soll mit kaltgasgetriebenen Raketenmotoren ausgestattet sein, die von SpaceX entwickelt wurden, und wird im April 2024 vorgestellt. Gleichzeitig nutzt SpaceX Tesla-Batterien für Roboteranwendungen und Megapack-Systeme, während die Boring Company Tesla-Fahrzeuge für ihre unterirdischen Transporttunnel in Las Vegas und Texas einsetzt – inklusive Tunneln rund um die Tesla-Gigafactory in Austin. Auch SpaceX kauft Cybertrucks, was die interne Nachfrage nach Produkten aus dem eigenen Konzern zeigt. Besonders deutlich wird die Integration durch die jüngste Vereinbarung zwischen Tesla und xAI: Tesla investiert 2 Milliarden US-Dollar in das KI-Startup und schließt ein Rahmenabkommen ab, das zusätzliche Kooperationen ermöglicht. Dabei wird xAIs KI-Chatbot Grok bereits in Teslas Fahrzeuge integriert, um Navigation zu steuern, und wird auch in den Entwicklungsrobotern Optimus eingesetzt. Für xAI bedeutet die Investition zusätzliche Mittel für den Ausbau seiner Rechenzentren, während Tesla ihre Autonomie- und KI-Entwicklung voranbringt. Diese tiefgreifende Verflechtung hat zu Diskussionen über eine mögliche Fusion der Unternehmen geführt, etwa zwischen Tesla und xAI oder SpaceX und xAI. Analysten wie Lou Whiteman sehen darin eine logische Konsequenz der gemeinsamen Vision, die viele Investoren an Musk bindet. Für sie ist Tesla nicht nur ein Autohersteller, sondern Teil eines größeren Projekts – „Elon Inc.“ – das Zukunftstechnologien wie Raumfahrt, KI, Energie und unterirdische Mobilität verbindet. Kritiker warnen jedoch vor zu großer Machtzentralisierung und fehlenden Governance-Mechanismen, besonders wenn Unternehmen unter einer Person stehen und interne Transaktionen nicht marktgerecht sind. Dennoch bleibt die Integration ein zentraler Baustein von Musk’s strategischem Ansatz: ein hochintegriertes, schnell agierendes Netzwerk, das geopolitische Risiken und Lieferkettenprobleme besser bewältigen soll – und gleichzeitig die Vision eines technologischen Übermenschen vorantreibt. Die enge Verflechtung der Unternehmen wird von vielen Investoren als stärkend empfunden, da sie nicht nur Produkte, sondern auch eine gemeinsame Zukunftsvision kaufen. Tesla, als öffentliches Unternehmen, fungiert dabei als finanzieller Pfeiler für die privat gehaltenen Tochtergesellschaften, die Kapital für KI- und Raumfahrtprojekte benötigen. xAI, das ursprünglich aus dem ehemaligen Twitter-Team hervorging, ist mittlerweile ein Schlüsselakteur in der KI-Entwicklung für alle Musk-Unternehmen. Die Integration von Grok in Fahrzeuge und Roboter zeigt, dass die KI nicht nur ein Nebenprodukt ist, sondern zentrales Element der Produktentwicklung. Obwohl die Unternehmen juristisch getrennt bleiben, wirken sie zunehmend wie ein einziger, dynamischer Komplex – ein „Elon Inc.“, der die Grenzen zwischen Industrie, Technologie und Vision verschwimmen lässt.
