Chinesische Tech-Riesen adoptieren AI-Agent OpenClaw
OpenClaw, ursprünglich als Clawdbot und später Moltbot bekannt, hat in China eine explosive Popularität erreicht, nachdem große Tech-Unternehmen wie Tencent, Alibaba und Volcano Engine – der Cloud-Service-Teil von ByteDance – begonnen haben, die KI-Agenten-Plattform in ihre Systeme zu integrieren. Diese Integration ermöglicht chinesischen Nutzern, den Agenten nahtlos in Alltags- und Arbeitsanwendungen einzusetzen, etwa über Alibabas DingTalk oder Tencent’s WeCom, die chinesische Variante von WeChat. OpenClaw ist darauf ausgelegt, rund um die Uhr aktiv zu sein und sich in eine Vielzahl von Consumer-Apps einzubinden, um Aufgaben wie Terminkoordination, automatisierte Code-Entwicklung („vibe-coding“) oder sogar die Erstellung von KI-„Mitarbeitern“ zu übernehmen. Seit Ende letzter Woche haben die Unternehmen Cloud-Vorlagen bereitgestellt, um die Einrichtung zu vereinfachen. Tencent Cloud veröffentlichte eine vorkonfigurierte Anwendungsvorlage, die Nutzern die schnelle Bereitstellung im Cloud-Environment ermöglicht. Alibaba Cloud unterstützt OpenClaw ebenfalls und ermöglicht dessen Anbindung an die Qwen-Serie von KI-Modellen. Volcano Engine gab Anleitungen für die Entwicklungsumgebung und warnte gleichzeitig vor Sicherheitsrisiken: Da der Agent Zugriff auf Dateien, Anmeldeinformationen, Browseraktivitäten und Netzwerke benötigt, empfiehlt das Unternehmen, ihn nur in isolierten Umgebungen zu betreiben, sensible Daten zu vermeiden und Zugriffsrechte regelmäßig zu überprüfen. Die Beliebtheit des Agents ist vor allem auf chinesischen Social-Media-Plattformen wie RedNote deutlich geworden. Nutzer teilen Tutorials, Demo-Videos und persönliche Erfahrungsberichte. Ein User namens „Brother C“ veröffentlichte eine Anleitung, die über 4.000 Likes und 6.000 Speicherungen erhielt. „Mein Erlebnis war wirklich atemberaubend“, schrieb ein anderer Nutzer, „der Begriff eines echten KI-Mitarbeiters rückt näher.“ Auch der Kauf von Mac Minis, um den Agenten lokal laufen zu lassen, ist unter Nutzern populär geworden. Ein RedNote-User kaufte sogar eine gebrauchte Mac Mini als „Super-Assistent“ für seine täglichen Aufgaben. Doch die Begeisterung wird von Sicherheitsexperten mit Sorge betrachtet. Cybersecurity-Experten warnen vor sogenannten „Prompt-Injection“-Angriffen, bei denen KI-Systeme durch versteckte Befehle dazu verleitet werden können, sensible Daten preiszugeben oder Inhalte ohne Zustimmung zu veröffentlichen. Ein Nutzer unter dem Namen „Programmer Yago“ warnte, dass die Nutzung des Agents Nutzerdaten „völlig schutzlos im Internet laufen lassen“ könne. Trotz dieser Risiken bleibt die Begeisterung in China ungebrochen. OpenClaw hat sich nicht nur als technologische Innovation, sondern auch als Kulturphänomen etabliert – ein Zeichen für die rasante Akzeptanz von KI-Agenten in der chinesischen Digitalwelt. Die Unterstützung durch die Tech-Giganten deutet auf eine neue Ära der personalisierten, proaktiven KI-Unterstützung hin, wobei die Balance zwischen Innovation und Sicherheit weiterhin entscheidend sein wird.
