Mercor zahlt täglich über 1,5 Mio. USD an Menschen zur AI-Ausbildung
Mercor, ein Startup, das menschliche Experten für die Schulung von KI-Modellen einsetzt, zahlt laut CEO Brendan Foody mehr als 1,5 Millionen US-Dollar pro Tag an Vertragsarbeiter. Das Unternehmen, das gemeinsam mit Firmen wie OpenAI und Anthropic zusammenarbeitet, hat kürzlich eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, die es auf eine Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar bringt. Foody kündigte im Gespräch mit der TBPN-Show an, dass ein Börsengang (IPO) „potenziell in Sicht“ sei, ohne jedoch ein konkretes Datum zu nennen. Mercor beschäftigt derzeit über 30.000 Freelancer, die aus Bereichen wie Softwareentwicklung, Finanzen, Recht und Medizin stammen. Laut Foody ist die Arbeit, menschliche Urteilsfähigkeit, Nuancen und Geschmack in KI-Systeme einzubringen, eine „neue Kategorie von Arbeit“, die in den kommenden zehn Jahren Millionen Menschen beschäftigen wird. Statt sich langweiligen, wiederholenden Aufgaben zu widmen, würden Menschen KI-Agenten einmalig beibringen, wie bestimmte Aufgaben erledigt werden, damit diese sie millionenfach automatisiert ausführen können. Die Nachfrage nach menschlicher KI-Schulung ist explosionsartig gewachsen – ein Trend, den viele als „neue Goldgräberzeit“ der Technologie bezeichnen. Startups wie Mercor, Surge AI und Scale AI verbinden KI-Labore mit globalen Netzwerken von Freelancern, die beispielsweise Chatbots in Internetkultur, Sprachen oder Finanzwissen schulen. In diesem Bereich erzielen einige Gründer beeindruckende Vermögen: Edwin Chen, CEO von Surge AI, ist 37 und hat ein Vermögen von 18 Milliarden US-Dollar, während Alexandr Wang und Lucy Guo, Mitbegründer von Scale AI, jeweils 3,2 Milliarden und 1,4 Milliarden Dollar wert sind. Laut einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung von Business Insider verdienen einige Datenlabeler monatlich Tausende Dollar, obwohl die Arbeit oft eintönig, chaotisch und psychisch belastend sein kann. Industrieanalysten sehen in der menschlichen KI-Schulung eine nachhaltige Entwicklung, die die Zukunft der Arbeit neu definiert. Die hohe Bewertung von Mercor und ähnlichen Unternehmen spiegelt das Vertrauen in die Nachhaltigkeit dieses Geschäftsmodells wider. Gleichzeitig werfen Fragen zur Arbeitsbedingungen, Fairness und langfristigen Skalierbarkeit der Modelle neue Herausforderungen auf. Die Branche steht vor einem Paradigmenwechsel: KI wird nicht nur durch Algorithmen, sondern auch durch menschliche Erfahrung geformt.
