OpenAI prüft Lizenzmodelle und Werbung für neue Einnahmen
OpenAI’s Chief Financial Officer Sarah Friar hat in einem neuen Podcast-Auftritt die Möglichkeit eines Lizenzmodells als zukünftige Einnahmequelle vorgeschlagen. Dabei könnte das Unternehmen Anteile an den Umsätzen von Produkten erhalten, die von Kunden mit OpenAI-Technologie entwickelt wurden – etwa in der Arzneimittelentwicklung, wenn ein durch die KI entdeckter Wirkstoff auf den Markt kommt und hohe Verkäufe erzielt. Dieses Modell soll eine enge Ausrichtung zwischen OpenAI und seinen Kunden schaffen, da das Unternehmen von deren Erfolg profitiert. Friar betonte, dass die Firma mit dem ursprünglichen ChatGPT-Abonnement begonnen und seither auf mehrere Preismodelle ausgeweitet habe: von monatlichen Abos über SaaS-basierte Enterprise-Lösungen bis hin zu kreditbasierten Systemen für Nutzer, die mehr Leistung für mehr Geld wollen. Parallel dazu prüft OpenAI nun auch die Einführung von Werbung in ChatGPT – ein deutlicher Wandel gegenüber früheren Aussagen des CEOs Sam Altman. Vor weniger als zwei Jahren hatte Altman Werbung als „letzte Möglichkeit“ für das Geschäftsmodell bezeichnet und ihre Kombination mit KI als „einzigartig beunruhigend“ beschrieben. Mittlerweile hat sich seine Haltung jedoch gewandelt. Im Juni erklärte er, dass er Werbung nicht grundsätzlich ablehne, solange sie sorgfältig umgesetzt werde. Die aktuelle Testphase für Werbung in ChatGPT steht im Kontext der immensen Rechenkosten, die OpenAI in den kommenden Jahren voraussichtlich mit etwa 1,4 Billionen US-Dollar veranschlagt. Um diese Belastung zu bewältigen, hat das Unternehmen zudem im Oktober eine strukturelle Umstellung vorgenommen: OpenAI wurde in eine traditionellere, for profit ausgerichtete Gesellschaft umgewandelt, um den Zugang zu Kapital zu erleichtern. Die neuen Ansätze – von Lizenzmodellen über flexible Preismodelle bis hin zu gezielten Werbeangeboten – zeigen, wie OpenAI seine Geschäftsstrategie erweitert, um langfristig nachhaltig zu wachsen. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass die Qualität der Antworten nicht durch kommerzielle Interessen beeinträchtigt werden darf. So soll ein werbefreier Zugang weiterhin existieren. Experten sehen in den neuen Modellen eine notwendige Anpassung an die Realitäten der KI-Industrie, in der die Entwicklungskosten exponentiell steigen. Die Fähigkeit, innovative Einnahmequellen zu finden, könnte entscheidend für OpenAI bleiben, um auch weiterhin führend in der KI-Entwicklung zu sein.
