Amazon streicht 16.000 Stellen im Unternehmen
Amazon kündigt an, rund 16.000 Stellen in seiner Unternehmenssparte zu streichen, was die zweite große Entlassungswelle seit Oktober des Vorjahres darstellt. In einem Blogeintrag erklärte das Unternehmen, dass die Maßnahmen Teil einer kontinuierlichen Strategie seien, die Organisation zu stärken, hierarchische Ebenen zu reduzieren, die Eigenverantwortung zu fördern und Bürokratie abzubauen. Gleichzeitig setzt Amazon verstärkt auf Investitionen in künstliche Intelligenz. Die jüngsten Kürzungen folgen auf die vorherige Runde im Oktober, bei der 14.000 Mitarbeiter aus dem Corporate-Bereich entlassen wurden. Damals hatte Amazon angekündigt, dass die Umstrukturierung auch 2026 fortgesetzt werden würde, um weitere Bereiche zu entlasten. Beth Galetti, Senior Vice President für People Experience und Technologie bei Amazon, betonte, dass weitere Entlassungen möglich seien, aber kein festes Muster von regelmäßigen, groß angelegten Kündigungen geplant sei. „Das ist nicht unsere Absicht“, schrieb sie. „Aber wie immer werden alle Teams weiterhin die Eigenverantwortung, die Geschwindigkeit und die Innovationskraft für die Kunden bewerten und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.“ Am Dienstag erhielten einige Mitarbeiter im Cloud-Unternehmen Amazon Web Services (AWS) versehentlich eine E-Mail, die von „organisatorischen Veränderungen“ sprach und auf einen Beitrag von Galetti verwies. In der Nachricht hieß es, dass betroffene Kollegen bereits informiert wurden. Die Nachricht löste Spekulationen aus, ob weitere Kürzungen bevorstehen. Amazon beschäftigte Ende des dritten Quartals rund 1,58 Millionen Menschen, wobei der Großteil aus Lager- und Logistikmitarbeitern besteht. Die insgesamt 30.000 Stellenstreichungen seit Oktober betreffen etwa zehn Prozent des Corporate- und Technik-Teams, das etwa 350.000 Mitarbeiter umfasst. Die jüngsten Entlassungen sind Teil einer längeren Trendwende: Seit 2022 hat Amazon mehr als 27.000 Mitarbeiter entlassen, zudem gab es kleinere Kürzungen in verschiedenen Abteilungen im Jahr 2024. Die Entlassungen folgen auf eine massive Beschäftigungsexpansion während der Corona-Pandemie, als Amazon aufgrund des starken Anstiegs der E-Commerce-Nachfrage und des Wachstums im Cloud-Geschäft massiv neue Mitarbeiter eingestellt hatte. CEO Andy Jassy setzt nun darauf, die Organisation zu verkleinern und effizienter zu gestalten. Die Kürzungen sollen dazu beitragen, die Flexibilität und Innovationskraft des Unternehmens zu steigern, insbesondere im Wettbewerb um führende Positionen in der KI-Entwicklung. Obwohl die Entlassungen aufs Ganze betrachtet einen erheblichen Teil der Corporate-Belegschaft betreffen, bleibt Amazon weiterhin einer der größten Arbeitgeber weltweit. Die jüngsten Maßnahmen spiegeln die Herausforderungen wider, die sich aus dem Wechsel von Wachstumsphasen zu einer neuen Ära der Effizienz und Kostensenkung ergeben.
