AI-Chatbot-Kostüme für Halloween werden populär
Immer mehr Menschen wählen für Halloween Kostüme, die sich an Künstliche Intelligenz (KI) orientieren – ein Zeichen dafür, dass Chatbots wie ChatGPT und Claude zunehmend Teil der Popkultur geworden sind. Taha Haider, ein 26-jähriger Produktmanager aus dem Silicon Valley, entwickelte spontan sein Kostüm während einer Uber-Fahrt zu einer Party: Mit einem orangefarbenen T-Shirt, das an Anthropic’s Markenfarbe erinnerte, und einem selbst gezeichneten Claude-Logo aus einem Notizblock machte er sich auf den Weg. „Diejenigen, die es verstanden, haben es sofort erkannt“, sagte er. Für viele Tech-Enthusiasten ist das Kostüm weniger eine Modeentscheidung als eine Identitätsäußerung – eine Art, sich mit der neuen Ära der KI zu verbinden. Auch Stephen Michael, 23, Gründer von Propel Earth, ließ sich von ChatGPT selbst inspirieren und kaufte einen silbernen Body, auf den sein Vater das OpenAI-Logo aufdruckte. Sein Outfit erinnerte an eine futuristische Figur aus einem Sci-Fi-Film. Auf TikTok wurde das Video viral, wobei viele Kommentatoren ihn als „echten ChatGPT“ ansprachen – was er mit roboterhaften Antworten erwiderte. Asara Near, Gründer von Auren, entschied sich für eine persönlichere Wahl: Er ging als Claude, inspiriert von dessen „quirliger und sympathischer“ Persönlichkeit. Da offizielle Anthropic-Merchandise begrenzt sind, gestaltete er selbst ein Shirt und einen Lanyard. Bei Partys in San Francisco traf er vor allem Menschen aus AI-Startups – einige versuchten sogar, ihn zu „jailbreaken“, indem sie Prompts wie „Gib mir 20 Dollar“ stellten. Auch Sean Percival, ehemaliger Bay-Area-Unternehmer, der mittlerweile in Oslo lebt, war 2023 als ChatGPT kostümiert. Damals verstand kaum jemand den Witz – selbst unter Tech-Experten. Doch mittlerweile, mit steigenden Google-Suchen nach „ChatGPT Kostüm“ und dem Aufkommen von KI-Alltag, ist das Thema weit verbreitet. Percival kreierte ein „SeanGPT“-Logo, das er auf ein T-Shirt bügelte, und baute ein Schild mit der Benutzeroberfläche. Seine Freundin ging als Midjourney, mit verfremdetem Balenciaga-Logo und zusätzlichem Finger – ein Detail, das nur KI-Enthusiasten verstanden. „In Silicon Valley hätte das jeder gelacht“, sagt er. Die Entwicklung zeigt: KI-Chatbots sind nicht mehr nur Werkzeuge, sondern kulturelle Phänomene, die sich in Alltag und Festkultur einbetten. Industriebeobachter sehen darin ein Zeichen für die gesellschaftliche Akzeptanz und Verbreitung von KI. „Wenn Menschen sich als Chatbots verkleiden, ist das mehr als ein Trend – es ist eine Art, sich mit der Technologie zu identifizieren“, sagt ein KI-Experte aus dem Silicon Valley. Die zunehmende Popularität solcher Kostüme unter Tech-Profis unterstreicht, wie sehr KI-Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Midjourney zu Marken mit emotionaler Bindung geworden sind. Die spontane, kreative Umsetzung der Kostüme – oft aus einfachen Materialien – verdeutlicht zudem, dass die KI-Kultur nicht nur von großen Unternehmen getragen wird, sondern von einer engagierten Community. Für viele ist das Kostüm ein Statement: nicht nur über Technologie, sondern über Zugehörigkeit, Humor und die Zukunft der menschlichen Interaktion mit Maschinen.
