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China dominiert Biotech-Szene, Westen muss sich anpassen

Die globale Biotech-Umfrage von ICON plc aus dem Jahr 2025 bestätigt Chinas zunehmende führende Rolle im weltweiten Biotech-Sektor und zeigt zugleich neue Herausforderungen und Chancen für westliche Biotech-Unternehmen. Die Studie basiert auf Antworten von über 260 Fachleuten aus der Biotech-Industrie und Venture-Capital-Executives aus Nordamerika, Europa, der Asia-Pacific-Region (APAC) und dem Nahen Osten. Dabei wurden zwei getrennte Umfragen durchgeführt: eine globale Erhebung mit 163 Teilnehmern und eine spezielle Analyse der chinesischen Biotech-Szene mit 100 Befragten. Die Ergebnisse unterstreichen die Resilienz der Branche trotz finanzieller Druck, geopolitischer Unsicherheiten und komplexer Entwicklungsprozesse. Ein zentraler Befund ist der Aufstieg Chinas zu einem globalen Innovationszentrum. 92 % der Biotech-Führungskräfte erwarten, ihre nächsten Investitionsziele zu erreichen, und drei von vier Unternehmen planen, ihre Forschungsausgaben in den nächsten zwei Jahren zu erhöhen. Insbesondere in der APAC-Region ist der Fokus auf R&D stärker als je zuvor. Chinesische Biotech-Unternehmen berichten zudem von geringerem Risikobewusstsein hinsichtlich geopolitischer Entwicklungen und größerer Vertrauen in die Markterfolgssicherheit ihrer Produkte. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass 41 % der Unternehmen zusätzliche R&D-Finanzierung suchen – ein Anstieg um 27 % gegenüber 2023. Die wichtigsten Finanzierungsquellen bleiben Großpharma-Partnerschaften, Venture Capital und staatliche Fördermittel. Doch in der APAC-Region nimmt VC-Finanzierung deutlich zu: 60 % der chinesischen Biotech-Unternehmen erhalten ihre Mittel über VC, verglichen mit nur 32 % in den USA und 30 % in Europa. Ein weiteres großes Thema ist der zunehmende Fachkräftemangel – besonders in der APAC-Region, wo 47 % der Befragten Talentknappheit als operativen Risiko sehen, gegenüber nur 18 % in Nordamerika und 17 % in Europa. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Verschiebung in den Therapiebereichen: Cell-Therapien haben kleine Moleküle überholt und machen nun 40 % der Pipelines aus. Antibody-Drug-Conjugates (ADCs) und Mikrobiom-Therapien folgen mit jeweils 31 %. Während weltweit Neurologie (44 %), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (39 %) und Immunstörungen (32 %) an Bedeutung gewinnen, bleibt in China die Onkologie weiterhin führend. Die Komplexität der Arzneimittelentwicklung bleibt das größte operative Risiko für 73 % der Befragten. Doch die Branche reagiert mit Digitalisierung: 76 % erwarten, dass KI und andere digitale Technologien die Forschung innerhalb von zwei Jahren deutlich beschleunigen werden. Insbesondere die KI-gestützte Auswahl von Wirkstoffkandidaten wird als besonders wirksam angesehen – 41 % sehen hier das größte Beschleunigungspotenzial, gegenüber 26 % im Jahr 2023. Bewertung durch Experten: Die Ergebnisse zeigen, dass westliche Biotech-Unternehmen ihre Innovationsgeschwindigkeit steigern und strategisch enger mit asiatischen Partnern kooperieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. „China hat nicht nur Investitionskraft, sondern auch eine zunehmend reife Forschungsinfrastruktur entwickelt“, sagt ein Venture-Capital-Experte aus Silicon Valley. „Westliche Biotechs sollten ihre Pipeline-Strategien anpassen und verstärkt auf digitale Tools setzen.“ ICON plc, mit etwa 39.800 Mitarbeitern in 55 Ländern, positioniert sich als Schlüsselakteur bei der Unterstützung dieser Transformation durch Outsourcing-Dienstleistungen in klinischen Studien und Forschung. Die Umfrage unterstreicht zudem den Trend hin zu alternativen Finanzierungsmodellen wie Royalty-Finanzierung und Carve-outs – ein Zeichen für eine zunehmend flexible und globale Biotech-Ökonomie.

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