OpenAI erweitert Bildungssysteme weltweit mit KI-Tools und Schulungen
OpenAI hat seine neue Initiative „Education for Countries“ vorgestellt, um den Wissens- und Fähigkeitsunterschied zwischen den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz und deren praktischer Nutzung in Bildungssystemen zu schließen. Laut OpenAI entsteht durch die zunehmende Leistungsfähigkeit von KI ein sogenannter „Capability Overhang“ – eine Kluft zwischen dem, was KI kann, und dem, was sie tatsächlich in Schulen und Hochschulen bewirkt. Um diese Lücke zu überbrücken, soll die Bildung als zentrale Säule der Integration von KI fungieren. Studien prognostizieren, dass bis 2030 fast 40 % der heute benötigten beruflichen Kernkompetenzen durch KI verändert sein werden. Die Initiative zielt darauf ab, KI-Tools, -Ausbildung und -Forschung tief in die Infrastruktur von Schulen und Universitäten zu integrieren, um Lernende besser auf eine KI-basierte Zukunft vorzubereiten. Die Initiative umfasst mehrere Kernkomponenten: Erstens den Zugang zu KI-Tools wie ChatGPT Edu, GPT-5.2, dem Lernmodus und Anpassungen an lokale Bildungspläne. Zweitens Forschungsprojekte zur Wirkung von KI auf Lernergebnisse und Lehrerproduktivität, die auf nationaler Ebene durchgeführt werden und politische Entscheidungen sowie zukünftige Technologien beeinflussen sollen. Drittens spezialisierte Zertifizierungen und Schulungen über die OpenAI Academy, die Lehrkräfte und Studierende mit praktischen KI-Fähigkeiten ausstatten, die an die nationalen Arbeitsmarktprioritäten angepasst sind. Viertens ein globales Netzwerk aus Regierungen, Forschern und Bildungsführern, das Erfahrungen austauscht und verantwortungsvolle KI-Nutzung fördert. Zu den ersten Teilnehmern gehören Estland, Griechenland, Italien (vertreten durch die Konferenz der Universitätsrektoren CRUI), Jordanien, Kasachstan, die Slowakei, Trinidad & Tobago und die Vereinigten Arabischen Emirate. In Estland ist ChatGPT Edu bereits flächendeckend in öffentlichen Schulen und Hochschulen implementiert und erreichte in seinem ersten Jahr über 30.000 Nutzer. Parallel dazu läuft eine Langzeitstudie mit der Universität Tartu und Stanford, die die Auswirkungen von KI auf 20.000 Schüler:innen über mehrere Jahre untersucht. Die Einführung erfolgt schrittweise: Zunächst werden Lehrkräfte mit Tools und Schulungen ausgestattet, um KI im Unterricht verantwortungsvoll zu nutzen. In der Hochschulbildung ist ChatGPT Edu bereits verfügbar, während in weiterführenden Schulen zunächst Pilotprojekte mit lokalen Bildungsleitungen durchgeführt werden, um Sicherheit und Lehrplanrelevanz zu gewährleisten. Dabei arbeitet OpenAI mit Partnern wie Common Sense Media zusammen, um altersgerechte KI-Verhaltensweisen und Bildungsangebote für Lehrkräfte zu entwickeln. Die Initiative verankert sich in OpenAIs Mission, fortschrittliche KI für alle zugänglich zu machen. Sie ergänzt bestehende Programme wie NextGenAI zur Forschung an KI und Lernen, sowie Partnerschaften mit Organisationen wie der American Federation of Teachers. Mit OpenAI Certifications soll zudem der Zugang zu KI-Grundkompetenzen gestärkt und die Beschäftigungsfähigkeit gefördert werden. Die nächste Gruppe wird im Jahr 2026 bekanntgegeben. Industrieexperten sehen die Initiative als bedeutenden Schritt hin zu einer gerechteren KI-Integration in der Bildung. Sie betonen die Notwendigkeit von regional angepassten, sicherheitsorientierten und evidenzbasierten Ansätzen. OpenAI positioniert sich damit nicht nur als Technologieanbieter, sondern als strategischer Partner für Bildungssysteme weltweit.
