AMD-Aktie fällt nach Ergebnis, trotz starkem Datenzentren-Nachfrage
AMD hat nach der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen am Montag um fast 9 % nachgegeben, trotz eines überraschenden Gewinnbeat. Analysten weisen darauf hin, dass die Erwartungen an das Unternehmen extrem hoch waren, was den negativen Reaktionen auf den Markt zugrunde lag. Chris Rolland von Susquehanna Financial Group erklärte im Gespräch mit CNBC, dass die Erwartungen an AMD „äußerst hoch“ gewesen seien und dass die unerwartet hohe Umsatzgenerierung aus China im Quartal nicht in den Markterwartungen enthalten war. Diese zusätzliche Einnahmequelle habe den scheinbaren Gewinnübertrag deutlich reduziert, sodass der eigentliche Erfolg der Zahlen weniger beeindruckend ausfiel, als zunächst angenommen. Trotz der kurzfristigen Marktreaktion bleibt die Langfristperspektive für AMD weiterhin stark. Die Nachfrage nach AMDs Datenzentrum-Chips, insbesondere den Instinct-GPUs, ist nach wie vor robust. Das Unternehmen deutete zudem auf kommende Multi-Gigawatt-Aufträge hin, die auf einem starken Wachstum im Bereich Künstliche Intelligenz basieren. Ein zentraler Meilenstein ist die Vereinbarung mit OpenAI aus Oktober, die potenziell zu einem 10-prozentigen Anteil von OpenAI an AMD führen könnte. Laut dem Vertrag sollen über mehrere Jahre hinweg insgesamt 6 Gigawatt an AMD-Instinct-GPUs eingesetzt werden, beginnend mit einer ersten Lieferung von 1 Gigawatt ab dem zweiten Halbjahr 2026. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung von AMD im AI-Hardware-Sektor. Zusätzlich kündigte Oracle im selben Monat an, 50.000 AMD-AI-Chips ab Ende dieses Jahres einzusetzen, was die zunehmende Akzeptanz der Technologie in großen Cloud-Infrastrukturen belegt. Diese beiden Großverträge – mit OpenAI und Oracle – zeigen, dass AMD nicht nur als Wettbewerber zu Nvidia agiert, sondern zunehmend als zentraler Lieferant für die nächste Generation von KI-Infrastrukturen etabliert wird. Die hohe Nachfrage in der Cloud- und KI-Branche stärkt die Position von AMD, auch wenn kurzfristige Zahlenveröffentlichungen aufgrund von erwartungsgemäßen oder unerwarteten Faktoren wie der chinesischen Umsatzentwicklung zu Volatilität führen können. Industriebeobachter sehen in der Entwicklung eine Bestätigung der strategischen Wende von AMD hin zu einem führenden Player im AI-Chip-Markt. Die Partnerschaften mit OpenAI und Oracle sowie die hohe Nachfrage in den Datenzentren deuten auf eine nachhaltige Wachstumskurve hin, die über die kurzfristigen Schwankungen hinausreicht. AMDs Fokus auf Skalierbarkeit, Energieeffizienz und Partnerschaften mit führenden KI-Unternehmen positioniert das Unternehmen als ernstzunehmenden Konkurrenten in einem Markt, der sich rasant entwickelt. Langfristig könnte die aktuelle Marktkorrektur eine Gelegenheit sein, die eigentliche Fundamentalkraft von AMD zu erkennen, anstatt sich nur auf kurzfristige Zahlen zu konzentrieren.
