AI-Wettlauf könnte wie Suchmaschinen-Crash enden – ein Sieger, viele Verlierer
Mark Cuban warnt vor einer ähnlich katastrophalen Konzentration wie bei der Suche im Internet der 1990er-Jahre: Eine einzige Firma könnte die dominierende Kraft im KI-Wettlauf werden, während die meisten anderen Unternehmen zurückbleiben oder untergehen. Auf der „Pioneers of AI“-Podcastfolge verglich er den aktuellen Wettlauf um die leistungsstärksten KI-Grundmodelle mit der damaligen Suche nach der besten Suchmaschine – damals ein Feld voller Anbieter, heute eine Konkurrenz zwischen Google, Meta, OpenAI und weiteren Tech-Riesen. „Es war wie in den 90er-Jahren, als alle Suchmaschinen miteinander konkurrierten – niemand wusste, wer gewinnen würde“, sagte Cuban. Heute sei klar: Google dominiert, Bing ist marginal, DuckDuckGo hat nur 0,5 Prozent Marktanteil. „Es ist praktisch ein Gewinner-take-all-Szenario.“ Cuban warnt, dass die derzeitige KI-Entwicklung von einer Art Blase geprägt ist, in der Unternehmen alles investieren, um den „einen“ Sieger zu werden. „Sie geben alles aus, verbrauchen jede Ressource, nur für den Fall, dass es ein Gewinner-take-all-System wird.“ Doch genau das birgt Risiken: Wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, könnte die Blase platzen. Auch andere Tech-Größen wie Sam Altman, Bill Gates und Ray Dalio teilen diese Sorge, dass die KI-Entwicklung überzogen ist und zu einer Überinvestition führt. Cuban betont, dass die Infrastruktur – insbesondere die riesigen, teuren Rechenzentren – ein besonderes Problem darstellt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in zehn Jahren nicht so viel technologischen Fortschritt erzielen, dass die heutigen Investitionen in der Technologie veraltet sind.“ Er glaubt, dass der echte Durchbruch nicht durch schrittweise Verbesserungen kommt, sondern durch eine überraschende, radikale Innovation, die niemand erwartet. „Jemand wird irgendetwas unglaublich Wichtiges finden. Wenn ich wüsste, was es ist, würde ich es sofort tun.“ Cuban, der selbst in der Dotcom-Blase reich wurde, erkennt die gleichen Muster: Hype, übermäßige Investitionen, unklare Wettbewerbsbedingungen. Er ist überzeugt, dass die KI-Welt in den nächsten zehn Jahren massiv verändert werden wird – und dass diejenigen, die zuerst die intelligenteste, effizienteste und kostengünstigste Lösung liefern, die langfristigen Gewinner sein werden. Doch die meisten Unternehmen werden nicht überleben, um das Ergebnis zu sehen. Bewertung: Branchenexperten sehen in Cubans Warnung eine realistische Einschätzung. Die KI-Industrie steht vor einem kritischen Punkt, an dem technologische Realität und Marktrealität kollidieren könnten. Während Google, Meta und OpenAI massiv in Infrastruktur und Forschung investieren, wächst der Druck, schnell zu skalieren. Die Risiken einer Überhitzung sind real, besonders bei der Energie- und Kapitalintensität der Modelle. Cubans Sichtweise unterstreicht, dass der Erfolg in der KI nicht nur von Ressourcen, sondern von echter Innovation abhängt – und dass der Markt letztlich nur einen oder wenige dominierende Akteure zulassen wird.
