Künstliche Intelligenz treibt Zahlungs- und E-Commerce-Wachstum in Afrika voran – aber Governance und Fachkräfte fehlen
Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere Generative AI, treibt in Afrika eine tiefgreifende Transformation in den Bereichen Zahlungen und E-Commerce voran. Laut dem neuen Bericht „AI in Africa's Payments and E-Commerce Growth Potential, Governance Gaps, and Workforce Readiness 2025“ von ResearchAndMarkets.com, ist die KI-Adoption in afrikanischen Märkten bis 2025 rasant angestiegen, wobei mehr als 75 % der jungen Afrikaner wöchentlich KI-Tools nutzen – ein Zeichen für hohe digitale Reife und Engagement. Fintech-Unternehmen und E-Commerce-Plattformen führen den Wandel voran, indem sie KI für Betrugserkennung, Prozessautomatisierung und personalisierte Kundenerlebnisse einsetzen. In der Einzelhandelsbranche ermöglicht KI conversational shopping und verbesserte Lieferkettenanalysen, doch die Skalierung bleibt durch mangelhafte Infrastruktur und fragmentierte Datenbestände eingeschränkt. Die wichtigsten Wachstumsmärkte sind Nigeria, Südafrika und Ägypten, die durch strategische Politik, öffentlich-private Partnerschaften und Investitionen in digitale Infrastruktur voranschreiten. Gleichzeitig zeigen sich erhebliche Governance-Lücken: Obwohl einige Länder wie Ägypten und Südafrika erste Schritte in Richtung KI-Regulierung unternommen haben – etwa durch nationale KI-Räte oder „Data Embassies“ – fehlt es an umfassenden, harmonisierten Rahmenwerken. Sicherheitsrisiken, algorithmische Vorurteile und Datenschutzbedenken bleiben zentrale Herausforderungen. In Nigeria etwa wird die KI-Regulierung durch Fragmentierung zwischen Behörden behindert, während in Südafrika die KI-Strategie zwar vorhanden ist, aber durch Talentmangel und Governance-Lücken gehemmt wird. Die Wirtschaftswirkung ist signifikant: In Ghana berichten CEOs von erheblichen Effizienzsteigerungen, Umsatzwachstum und Gewinnverbesserungen durch Generative AI. Dennoch bleibt die Arbeitskräftebereitschaft eine Schwachstelle – viele Unternehmen klagen über Mangel an qualifiziertem KI-Personal. Die Branche steht vor der Herausforderung, Investitionen in Bildung und Weiterbildung zu intensivieren, um die KI-Revolution inklusiv und nachhaltig zu gestalten. Industrieexperten sehen in der Entwicklung eine Chance, Afrika zu einem globalen KI-Innovationszentrum zu machen – vorausgesetzt, es gelingt, regulatorische Rahmenbedingungen zu stärken, Dateninfrastrukturen zu modernisieren und die digitale Bildungskompetenz zu erhöhen. Die Berichterstattung unterstreicht, dass der technologische Fortschritt nicht automatisch mit sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Inklusion einhergeht. Die zukünftige Entwicklung hängt entscheidend von der Fähigkeit ab, technologische Innovationen mit verantwortungsvoller Governance und breiterer Beteiligung zu verbinden. Unternehmen wie M-Pesa, Flutterwave und Jumia sind bereits führende Akteure, die KI in ihre Geschäftsmodelle integrieren, doch der Wettbewerb wird sich weiter intensivieren – besonders in den Schwerpunktregionen Ost- und Westafrika.
