Oracle-Aktie sinkt nach 50-Mrd.-Dollar-Plänen
Oracle-Aktie verlor am Montag rund 3 Prozent, nachdem das Unternehmen Pläne für eine Kapitalerhöhung in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben hatte. Die Ankündigung löste Bedenken bei Investoren aus, da sie als Zeichen einer angespannten Finanzlage und weiterer Verschuldung interpretiert wurde. Oracle hatte in den vergangenen Monaten massive Investitionen in die Entwicklung von KI-Infrastruktur getätigt, darunter eine Anleiheemission von 18 Milliarden Dollar im September und eine umfassende Partnerschaft mit OpenAI im Wert von 300 Milliarden Dollar. Diese strategischen Schritte wurden als ambitioniert, aber auch riskant bewertet. Die Aktie ist seit ihrem Hoch im September um 50 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen im Dezember enttäuschende Quartalszahlen veröffentlicht hatte – der Umsatz lag leicht unter den Erwartungen. In einer internen Mitteilung erwähnte Oracle, dass Entlassungen eine der „mehreren möglichen Optionen“ seien, um die Verschuldung zu senken, neben Verkäufen von Vermögenswerten und Finanzierungsmodellen mit Lieferanten. Diese Offenlegung verstärkte die Sorge, dass das Unternehmen unter finanziellen Druck steht, während es gleichzeitig in eine technologische Wettlauf-Situation mit Konkurrenten wie Microsoft und Meta eingetreten ist. Experten wie Michael Field, Chef-Aktienstratege bei Morningstar, sehen in der aktuellen Phase eine „Endphase für KI-exponierte Aktien“, bei der Unternehmen entweder voll durchstarten oder scheitern. „Es ist jetzt oder nie“, sagte Field gegenüber CNBC. „Die Investoren müssen sich entscheiden: entweder in diese Technologie investieren oder verkaufen.“ Für Oracle sei das Problem jedoch, dass die Finanzierung durch neue Schulden und die Emission neuer Aktien die Anteile bestehender Aktionäre verwässert – eine Entwicklung, die viele Anleger ablehnen. Die KI-Infrastruktur-Entwicklung ist in der aktuellen Quartalsberichtszeit ein zentrales Thema. Während Microsoft nach einem leichten Rückgang des Wachstums bei Azure und anderen Cloud-Diensten um 10 Prozent nachgab, stieg Meta-Aktien um 8 Prozent, da das Unternehmen massive KI-Ausgaben ankündigte – ein Signal, das den Markt positiv beeinflusste. Dies unterstreicht die unterschiedliche Reaktion der Investoren auf KI-Investitionen, je nachdem, wie sie finanziert werden und ob sie mit einer klaren Wertschöpfung verknüpft sind. Insgesamt zeigt sich, dass der Markt zunehmend skeptisch gegenüber Unternehmen ist, die mit hohen Schulden und Anteilserweiterungen in die KI-Revolution einsteigen, besonders wenn die Ertragsentwicklung nicht den Erwartungen entspricht. Oracle steht vor einer kritischen Entscheidung: den Ausbau der KI-Infrastruktur weiter voranzutreiben, ohne die Finanzstabilität zu gefährden, oder alternative Strategien zu verfolgen, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.
