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GPT-5 enttäuscht: Hype vs. Realität in der KI-Welt

Am Tag der GPT-5-Einführung war die Erwartungshaltung in der KI-Welt auf einem Höhepunkt. OpenAI-Chef Sam Altman hatte das neue Modell als bahnbrechend beschrieben, vergleichbar mit dem ersten iPhone mit Retina-Display, und hatte mit einem Bild der Todesstern-Szene auf X noch mehr Aufmerksamkeit erzeugt. Nutzer auf sozialen Medien verglichen die Spannung mit Weihnachtsabend. Doch die Realität enttäuschte vielerorts: GPT-5 wurde als überzogenes, unterentwickeltes Produkt wahrgenommen. Obwohl OpenAI das Modell als „bestes bisheriges KI-System“ und einen „signifikanten Sprung in Intelligenz“ präsentierte, zeigte es nur geringfügige Fortschritte gegenüber GPT-4o. Kritiker bemängelten gravierende Fehler – wie die Behauptung, im Wort „blueberry“ gäbe es drei „b“-Buchstaben, oder die Erfindung fiktiver US-Bundesstaaten wie „Krizona“ und „Miroinia“. Auch bei emotionaler Unterstützung wirkte das Modell distanziert, was zu Protesten führte und schließlich zur vorübergehenden Rückkehr des älteren GPT-4o in ChatGPT zwang. Prominente KI-Experten wie Gary Marcus und Peter Wildeford kritisierten das Modell als „überfällig, überhyped und enttäuschend“. Trotz der enttäuschenden öffentlichen Reaktion zeigten sich technische Verbesserungen: GPT-5 ist schneller, kostengünstiger und weist weniger Halluzinationen auf. Besonders hervorzuheben ist die neue „Switch-System“-Funktion, die automatisch das passende Modell für eine Anfrage auswählt – eine praktische Erweiterung für den Alltag. OpenAI-Forscherin Christina Kim betonte die „Nutzbarkeit“: GPT-5 handle konsistenter bei der Codeerstellung, kreativen Schreibarbeiten und der Verarbeitung medizinischer Informationen, sei besser kalibriert und gebe eher zu, wenn es nicht weiß. Ein klarer Sieg liegt im Bereich der Programmierung: GPT-5 führt aktuell die führenden KI-Code-Benchmarks an, knapp vor Anthropic’s Claude. OpenAI präsentierte mit der Erstellung von Spielen, einem Pixel-Tool und einem Drum-Simulator die praktische Anwendung. Obwohl einige Funktionen technisch instabil waren, gelang es bei einfachen Projekten wie einem interaktiven Embroidery-Tutorial erfolgreich. Für OpenAI ist dies strategisch entscheidend: Enterprise-Kunden, Regierungsverträge und Investoren interessieren sich weniger für spektakuläre Demonstrationen als für zuverlässige, kosteneffiziente und fehlerarme KI. GPT-5 mag nicht das „Wundermodell“ sein, das viele erwarteten, doch die schrittweise Verbesserung in Kosteneffizienz, Stabilität und spezifischer Leistung – besonders im Code- und Gesundheitsbereich – könnte langfristig profitabler sein als ein einmaliger Hype. In der Branche wird mittlerweile allgemein anerkannt: Die Zukunft der KI liegt nicht in spektakulären Sprüngen, sondern in der kontinuierlichen Optimierung für reale Anwendungen. GPT-5 ist kein Meilenstein, aber ein solider Schritt in Richtung praktischer Integration – und für OpenAI ein klarer Wettbewerbsvorteil im Kampf um Enterprise-Marktanteile.

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