AMD und Super Micro verlieren an Wert bei enttäuschenden Data-Center-Zahlen
Advanced Micro Devices (AMD) und Super Micro Computer haben in der Vorabhandelssitzung am Mittwoch deutliche Kursverluste verzeichnet, nachdem beide Unternehmen enttäuschende Zahlen für ihren Data-Center-Bereich vorgelegt hatten. Die Ergebnisse stellten die Erwartungen an eine starke Wachstumsdynamik im Bereich künstliche Intelligenz (KI) infrage und schwächten die bisherige Optimismus-Stimmung bei Investoren. Bei AMD zeigte sich, dass der Umsatz im Data-Center-Segment, das als zentraler Treiber für die KI-Strategie gilt, unter den Erwartungen lag. Obwohl die Chipfirma weiterhin Fortschritte bei ihren AMD Instinct-GPU-Produkten vorangetrieben hat, konnten diese nicht ausreichen, um die Schwäche im Server-Markt auszugleichen. Analysten verweisen auf steigende Wettbewerbsdruck von Nvidia, der weiterhin die führende Position im KI-Training- und Inferenz-Markt behauptet, sowie auf eine langsamer als erwartet anlaufende Nachfrage nach AMD-basierten Lösungen bei großen Cloud-Anbietern. Super Micro Computer, ein Schlüsselzulieferer für Rechenzentrumsinfrastruktur, litt unter einem Rückgang der Bestellungen und einer Verzögerung bei der Auslieferung von Servern, die mit AMD-Chips ausgestattet sind. Die Firma gab an, dass die Nachfrage nach ihren KI-optimierten Servern nicht wie prognostiziert anstieg, was auf eine Verlagerung von Investitionen hin zu anderen Anbietern hindeutet. Zudem wurden Lieferkettenprobleme und eine höhere Lagerbestandslage als erwartet genannt. Die schwachen Zahlen führten zu einer erneuten Kurskorrektur, da Investoren zunehmend Zweifel an der langfristigen Rentabilität von Super Micros KI-orientierter Strategie hegen. Die Enttäuschung war nicht nur auf die Zahlen selbst beschränkt, sondern auch auf die Aussagen der Führungskräfte, die die Wachstumsaussichten für das zweite Halbjahr vorsichtiger als erwartet darstellten. Diese Zurückhaltung trug dazu bei, dass die Marktkapitalisierung beider Unternehmen erheblich sank. Analysten betonen, dass die KI-Revolution weiterhin ein langfristiges Wachstumspotenzial birgt, aber die Umsetzung in konkrete Umsätze und Gewinne verläuft langsamer als in den ersten Jahren nach der KI-Boom-Phase. Insbesondere für AMD und Super Micro, die stark auf die KI-Transformation ihrer Kunden setzen, bedeutet dies eine erhöhte Drucksituation, um ihre technologischen Vorteile in marktfähige Produkte zu übersetzen. In der Branche wird nun intensiv diskutiert, ob die KI-Ambitionen von Hardware-Herstellern überbewertet wurden oder ob der Markt noch in einer frühen Phase ist, in der sich die Nachfrage erst allmählich entfaltet. Experten warnen davor, dass Unternehmen, die sich zu stark auf den KI-Hype stützen, bei einer Verlangsamung der Investitionen in Infrastruktur schnell in Schwierigkeiten geraten könnten. Die Entwicklung unterstreicht, dass technologische Innovation allein nicht ausreicht – auch die Marktdurchdringung und die Fähigkeit zur Skalierung sind entscheidend. AMD bleibt weiterhin ein wichtiger Konkurrent zu Nvidia, insbesondere im Bereich der inferenzorientierten KI-Anwendungen, doch die jüngsten Zahlen zeigen, dass die Marktdurchdringung noch unzureichend ist. Super Micro hingegen muss sich neu positionieren, um nicht an den Marktanteilen zu verlieren, besonders wenn große Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google ihre eigenen Server-Designs weiter ausbauen. Die aktuelle Situation ist ein Warnsignal für die gesamte KI-Hardware-Industrie: schnelles Wachstum ist nur möglich, wenn es mit realen Umsätzen und stabilen Lieferketten einhergeht.
