China schlägt neue globale AI-Organisation vor
China hat eine neue globale Organisation für künstliche Intelligenz (KI) vorgeschlagen, um internationale Zusammenarbeit im Bereich KI zu fördern und sich als Konkurrent der USA in der globalen KI-Strategie zu positionieren. Die Initiative, die bei der 15. Sitzung des UNO-Beirats für KI im Oktober 2024 in Peking vorgestellt wurde, zielt darauf ab, eine Plattform für Regierungen, Unternehmen und Forschungsinstitute zu schaffen, um Wissen, Technologien und Standards im KI-Bereich zu teilen. Die Organisation soll insbesondere Entwicklungsländer unterstützen, um den Zugang zu KI-Technologien und -Fähigkeiten zu verbessern. Die Vorschläge der chinesischen Regierung betonen die Notwendigkeit einer „gerechteren und inklusiveren“ KI-Governance und unterstreichen den Wunsch nach einer multilateralen Koordination, die nicht von einem einzigen Land dominiert wird. Dies geschieht in einem Kontext, in dem die USA und China in einem zunehmenden Wettbewerb um die Vorherrschaft in der KI-Entwicklung stehen. Während die USA sich auf technologische Innovation und Sicherheitsstandards konzentrieren, betont China die Bedeutung der KI für die globale Entwicklung und die Bekämpfung von Ungleichheit. Die Organisation wird von der chinesischen Regierung unterstützt und soll unter der Schirmherrschaft der UNO oder einer anderen internationalen Institution operieren. Sie soll auch als Antwort auf die von den USA und ihren Verbündeten verfolgte KI-Strategie dienen, die auf technologische Dominanz und Schutz von geistigem Eigentum abzielt. Chinas Vorschlag zielt darauf ab, eine neue Weltordnung im KI-Bereich zu schaffen, die auf Kooperation und gemeinsamem Fortschritt basiert. Die Initiative hat sowohl internationale Aufmerksamkeit als auch Skepsis hervorgerufen. Während einige Länder, insbesondere in Asien und Afrika, die Unterstützung für eine stärkere globale KI-Zusammenarbeit begrüßen, warnen andere vor einer zu starken chinesischen Einflussnahme und der möglichen Verbreitung von Technologien, die nicht den westlichen Sicherheits- oder Datenschutzstandards entsprechen. Analysten sehen darin einen strategischen Schachzug, um Chinas globale Stellung in der KI-Entwicklung zu stärken und zugleich die US-Strategie zu behindern. Im Rahmen der Vorschläge wurde auch ein Fokus auf die Entwicklung ethischer KI-Richtlinien und die Förderung von KI-Technologien für nachhaltige Entwicklung betont. Zudem wird die Rolle von KI in der Bekämpfung von Klimawandel, Gesundheitsversorgung und Bildung hervorgehoben. Die chinesische Regierung betont, dass KI ein Schlüssel für die globale Entwicklung sei und dass es wichtig sei, alle Länder in diesen Prozess einzubeziehen. Industrieinsider sehen in der Initiative Chinas eine klare Botschaft an die internationale Gemeinschaft, dass die USA nicht die einzigen Akteure im KI-Sektor seien. Experten betonen, dass die neue Organisation zwar eine Plattform für globale Kooperation bieten könne, aber die Frage der Vertrauensbildung und der Einhaltung internationaler Standards entscheidend sei. Unternehmen wie Alibaba und Baidu, die in der KI-Entwicklung führend sind, könnten eine Schlüsselrolle spielen, um die Prinzipien der Organisation in die Praxis umzusetzen. Chinas Vorschlag spiegelt den Wettbewerb zwischen den beiden Supermächten wider, der nicht nur um technologische Vormachtstellung geht, sondern auch um die Gestaltung der Zukunft der KI. Die Organisation könnte ein neues Kapitel in der internationalen KI-Politik eröffnen, wenn sie die Unterstützung einer breiten internationalen Gemeinschaft findet.
