HyperAIHyperAI
Back to Headlines

GPT-5-Router enttäuscht: Modellpicker kehrt mit mehr Optionen zurück

vor 16 Tagen

Nach der Einführung von GPT-5 vor einer Woche hatte OpenAI große Erwartungen geweckt: Das neue Modell sollte als universelle, selbststeuernde Lösung fungieren, die per „Router“ automatisch die beste Antwortstrategie wählt – und so den komplizierten Modellpicker in ChatGPT überflüssig machen. CEO Sam Altman hatte den Menübaum öffentlich als lästig bezeichnet und versprochen, mit GPT-5 eine vereinfachte, nahtlose Benutzererfahrung zu schaffen. Doch die Realität sieht anders aus. Stattdessen hat OpenAI nun erneut mehrere Optionen im Modellpicker eingeführt: „Auto“, „Fast“ und „Thinking“ – alle basierend auf GPT-5, aber mit unterschiedlichen Leistungsprofilen. Der „Auto“-Modus soll weiterhin den Router nutzen, doch Nutzer können nun auch direkt auf schnellere oder tiefgründigere Modelle zugreifen, was die ursprüngliche Vereinfachungsstrategie untergräbt. Zusätzlich kehren ab sofort wieder ältere Modelle wie GPT-4o, GPT-4.1 und o3 für Abonnenten zurück – nachdem sie nur wenige Tage zuvor deaktiviert worden waren. GPT-4o ist nun standardmäßig im Picker enthalten, andere lassen sich über die Einstellungen hinzufügen. Altman begründete dies mit Rückmeldungen aus der Community: Viele Nutzer hatten eine emotionale Bindung zu den Persönlichkeiten früherer Modelle entwickelt, insbesondere zu GPT-4o, das als warmherzig, aber manchmal übermäßig fordernd empfunden wurde. In einem Beitrag auf X kündigte Altman an, an einer aktualisierten Persönlichkeit für GPT-5 zu arbeiten, die „wärmer“ wirken soll, aber weniger irritierend ist. Gleichzeitig räumte er ein: „Wir brauchen mehr individuelle Anpassungsmöglichkeiten für die Modellpersönlichkeit.“ Doch der Launch von GPT-5 war von technischen Schwierigkeiten geprägt. Der Modellrouter funktionierte anfangs nicht zuverlässig, was zu Verzögerungen und unerwarteten Antworten führte. Nutzer kritisierten die Leistung, und Altman musste in einer Reddit-AMA-Session die Probleme eingestehen. Auch wenn das Team nach eigenen Angaben schnell iteriert, bleibt die Technologie des Modellroutings komplex: Es muss innerhalb von Millisekunden entscheiden, welches Modell am besten zur Anfrage passt – abhängig von Geschwindigkeit, Tiefe, Ton und Nutzerpräferenz. Diese Aufgabe ist bisher nur unvollständig gelöst. Die Rückkehr des Modellpickers unterstreicht ein tieferes Problem: Nutzer entwickeln emotionale und kognitive Präferenzen für bestimmte KI-Modelle – eine Entwicklung, die OpenAI offenbar unterschätzt hat. Die traurige Beerdigung von Anthropic’s Claude 3.5 Sonnet in San Francisco ist ein extremes Beispiel für diese Bindung. In anderen Fällen führen Chatbots sogar zu psychischen Belastungen bei empfindlichen Nutzern. OpenAI muss daher nicht nur technische, sondern auch psychologische und soziale Aspekte der KI-Interaktion berücksichtigen. Industrieexperten sehen die aktuelle Situation als Warnsignal: Die Vorstellung, eine einzige KI-„Supermodel“ zu schaffen, die alle Nutzer zufriedenstellt, ist unrealistisch. Vielmehr wird eine personalisierte, flexiblere Architektur notwendig sein – mit mehr Kontrolle für Nutzer und besseren Erklärungen für Entscheidungsprozesse. OpenAI hat mit GPT-5 zwar einen technologischen Sprung gemacht, doch die Benutzererfahrung bleibt komplexer als erwartet. Die Zukunft liegt nicht in der Vereinfachung durch Automatisierung, sondern in der intelligenten Kombination aus Automatisierung und individueller Wahl.

Related Links

GPT-5-Router enttäuscht: Modellpicker kehrt mit mehr Optionen zurück | Schlagzeilen | HyperAI