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Fusion-Startups mit über 100 Mio. Dollar Förderung

In den letzten Jahren ist die Fusionsenergie aus dem Bereich der Science-Fiction in den Fokus der Investoren gerückt – von einem oft belächelten Projekt, das „immer erst in zehn Jahren“ funktionieren würde, zu einer ernsthaften Technologie mit großem kommerziellen Potenzial. Durch Fortschritte in Hochleistungs-Chips, künstlicher Intelligenz und Hochtemperatur-Supraleiter-Magneten konnten Fusionsspezialisten bisher unüberwindbare Herausforderungen angehen: komplexere Reaktordesigns, präzisere Simulationen und stabileres Plasma-Management. Ein entscheidender Meilenstein war 2022, als das U.S. Department of Energy einen kontrollierten Fusionsreaktion erzielte, die mehr Energie erzeugte, als die Laser in das Brennstoffpellet investierten – das sogenannte „wissenschaftliche Breakeven“. Obwohl kommerzielles Breakeven noch weit entfernt ist, zeigte dies, dass die Physik funktioniert. Mehrere Startups haben diese Dynamik genutzt, um massives Kapital zu sammeln. Commonwealth Fusion Systems (CFS) führt die Rangliste an, mit insgesamt knapp 3 Milliarden US-Dollar, darunter ein 863-Millionen-Dollar-Deal im August 2024. CFS, gegründet von ehemaligen MIT-Forschern, baut den tokamak-basierten Sparc-Reaktor, der 2026/27 in Betrieb gehen soll, gefolgt von der kommerziellen Arc-Anlage in Virginia, die Google als Abnehmer hat. TAE Technologies, 1998 gegründet, setzt auf ein Field-Reversed Configuration-Design mit partikelförmigen Strahlen zur Stabilisierung des Plasmas. 2025 kündigte es eine Fusion mit Trump Media & Technology Group an, wodurch es 6 Milliarden Dollar wert sein soll. Helion, ebenfalls in Washington, arbeitet mit einem schnelleren Zeitplan: 2028 soll erstmals Strom aus dem Reaktor fließen, und Microsoft ist bereits Kunde. Die Firma nutzt ein einzigartiges Prinzip, bei dem die Fusion selbst einen elektrischen Strom erzeugt – eine direkte Umwandlung. Pacific Fusion, mit einem 900-Millionen-Dollar-Series-A-Deal, setzt auf elektromagnetische Impulse anstelle von Lasern, um die Fusion zu erzeugen, und wird von Ex-Genomprojektleiter Eric Lander geführt. Shine Technologies geht einen pragmatischen Weg: statt Stromverkauf verkauft es Neutronen für medizinische Isotope und arbeitet an der Recycling-Technologie für radioaktive Abfälle. General Fusion, mit 492 Millionen Dollar, hat in 2025 mit einer Kosteneinsparung und Stellenabbau zu kämpfen, doch konnte mit 73 Millionen Dollar an neuer Finanzierung überleben. Tokamak Energy in Großbritannien verfolgt eine kompakte, kugelähnliche Tokamak-Form, die mit REBCO-Magneten arbeitet, und hat 125 Millionen Dollar zugelegt. Zap Energy und First Light Fusion setzen auf elektrische Ströme bzw. Projektil-Kompression statt Magnetfelder oder Laser – beide haben bereits mehr als 300 Millionen Dollar gesammelt. Proxima Fusion, mit einem €130-Millionen-Series-A-Deal, setzt auf die selteneren Stellaratoren, die durch eine komplizierte, natürliche Plasmastabilität überzeugen. Kyoto Fusioneering, ein neuer Player, spezialisiert sich auf die „Balance of Plant“-Komponenten – die technischen Bauteile außerhalb des Reaktors – und hat 191 Millionen Dollar von renommierten Investoren wie In-Q-Tel und Mitsubishi erhalten. Marvel Fusion und Xcimer folgen dem Inertial-Confinement-Ansatz, der bei NIF erfolgreich war, wobei Marvel mit Silizium-Nanostrukturen und Xcimer mit einem 10-Megajoule-Laser-System arbeitet. Die Fusion-Industrie steht an einem Wendepunkt: Während die Technologie weiterhin herausfordernd bleibt, haben die Startups mittlerweile überzeugende Ansätze und massives Kapital gesammelt. Die nächste Phase wird zeigen, ob diese Innovationen tatsächlich in kommerzielle Kraftwerke überführt werden können – mit einem möglichen Durchbruch bereits in den nächsten fünf Jahren. Industrieexperten sehen die Entwicklung als historisch bedeutsam: „Wir befinden uns am Beginn einer neuen Energieära“, sagt ein Analyst von Breakthrough Energy Ventures. Die Beteiligung von Tech-Größen wie Gates, Bezos, Altman und Thiel unterstreicht, dass Fusion nicht mehr nur Wissenschaft, sondern ein ernstzunehmendes Investitionsfeld ist. Die Unternehmen unterscheiden sich in ihrer Technologie, aber gemeinsam teilen sie eine Vision: eine nahezu unbegrenzte, emissionsfreie Energiequelle, die globale Märkte revolutionieren könnte.

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