Top-Investoren nutzen KI: So setzen sie ein
Die Investoren-Community der Seed-basierten Start-up-Förderung hat Künstliche Intelligenz vollständig in ihren Arbeitsalltag integriert, um nicht nur neue Unternehmensgründer zu finden, sondern ihre eigenen operativen Abläufe neu zu definieren. Verschiedene Top-Investoren von führenden Fonds wie Uncorrelated Ventures, Floodgate, Craft Ventures und Maven Ventures berichteten kürzlich über ihre spezifischen Anwendungen. Salil Deshpande von Uncorrelated Ventures nutzte eine KI-Agenten-Lösung, um sein gesamtes Büroautomatisieren zu lassen. Das System übernimmt Terminplanungen, E-Mail-Kampagnen und das Filtering von LinkedIn-Anfragen. Zudem dient es als „Portfolio-Doktor", indem es auf E-Mail-Anfragen mit spezifischen Kennzahlen reagiert, indem es Daten aus Board-Präsentationen und Investor-Updates durchsucht, zusammenfasst und mit Quellenangaben antwortet. Ann Miura Ko von Floodgate setzt KI ein, um Notizen von Besuchen bei Dutzenden AI-nativen Start-ups zu verarbeiten. Die Technologie hilft ihr, Muster über mehrere Unternehmen hinweg zu identifizieren, die sie bei einzelnen Besuchen nie entdeckt hätte, und bildet so die empirische Basis für ihre Investitionsentscheidungen. Bei der Suche nach neuen Investmentzielen setzen verschiedene Partner auf agentic Workflows und automatisierte Systeme. Anne Dwane von Village Global nutzt diese Workflows, um „First-Call"-Geldgeber in aufstrebenden Ökosystemen zu identifizieren. Alex Bard von Redpoint Ventures employiert interne Systeme, um potenzielle Gründer zu erkennen, die Spitzenunternehmen verlassen, oder um Frühphasen-Signale wie Einstellungsaktivität und Produktstarts zu detektieren. Sarah Smith vom Sarah Smith Fund hat ein eigenes, hundertstufiges KI-Bewertungsframework entwickelt, um eingehende Angebote zu prüfen und Gründer mit außergewöhnlicher Intensität und Passung zum Markt zu identifizieren. Die Entwicklung interner Tools und die Produktprototypisierung wurden ebenfalls durch KI revolutioniert. Lan Xuezhao von Basis Set Ventures berichtet, dass sein gesamtes Ingenieurteam seit 2017 wöchentlich mit KI-Tools Produkte entwickelt. Janet Bannister von Staircase Ventures nutzt KI zur Generierung täglicher Briefings, die für jedes Meeting relevante Informationen wie Teilnehmerprofile und Kontext bereitstellen. Jeff Fluhr von Craft Ventures hat in den letzten vier Monaten vier eigene Produktideen mittels KI-Coding-Tools prototypisch umgesetzt, was ihm eine realistischere Bewertung neuer Geschäftsideen ermöglicht. Auch Shan-Lyn Ma von Zola nutzt eine benutzerdefinierte KI-Funktion in Gemini, um tägliche Zusammenfassungen zu Fundraising- oder Exit-Nachrichten ihrer Portfolio-Unternehmen zu erstellen. Die Vorbereitung auf Gespräche mit Gründern profitiert ebenfalls von den neuen Technologien. Henry McNam von Great Oaks Venture Capital nutzt natürliche Sprache, um spezifische Datenabfragen zu beantworten, und Claude, um seine Investitionslogik zu hinterfragen und Verzerrungen zu identifizieren. Sara Deshpande von Maven Ventures bezeichnet Perplexity als neuen Teamkollegen für Marktforschung und Wettbewerbsanalysen. Jon Soberg von MS&AD Ventures nutzt diese Tools, um schnell den Wettbewerb in einem Markt zu scannen. Ein wichtiger Trend ist jedoch die Rückbesinnung auf menschliche Interaktion. Julie Lein vom Urban Innovation Fund beobachtet, dass KI ihr Team für die Bedeutung von Menschlichkeit sensibilisiert hat. Als Reaktion darauf verstärkt sie den Fokus auf persönliche Treffen, Coffee Chats und Präsenz-Events, da echte zwischenmenschliche Beziehungen in einer zunehmend von KI durchdrungenen Welt einzigartig und entscheidend sind. Insgesamt zeigen diese Erfahrungen, dass KI Investoren dabei hilft, effizienter zu arbeiten, fundiertere Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig den Wert menschlicher Netzwerke neu zu bewerten.
